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Der Städtische Konzertchor bot eine eindrucksvolle Gala
/ Alt-OB Josef Krings moderierte
100 Sänger feierten 150 Jahre
(RP).
"Stimmt an die Saiten" aus Haydns "Schöpfung" stand nicht
zufällig am Beginn einer festlichen Chor-Gala. Mit diesem Oratorium war vor
150 Jahren der Duisburger Gesangverein an die Öffentlichkeit getreten. Jetzt
wurde das Jubiläum in einem würdigen Rahmen gefeiert. Mit seinem
Galakonzert "150 Jahre Chor-Symphonik in Duisburg" erinnerte der
Städtische Konzertchor Duisburg an herausragende Chor-Orchester-Konzerte: Mit
rund einhundert Mitgliedern war der Jubiläumschor angetreten, es begleiteten
die Bergischen Symphoniker, und als langjähriger Schirmherr ließ Alt-Oberbürgermeister
Josef Krings die Chorgeschichte Revue passieren.
Bürgermeister Heinz
Pletziger würdigte in seiner Dankesrede eine tragende Säule des Duisburger
Musiklebens. Selbstverständlich gab es in der Chor-Gala viel strahlende
Klangpracht. Trompetenglanz und stimmliche Bravour prägten die großen
Vokalsätze von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Joseph
Haydn.
Die Musik der
barocken und klassischen Meister erfuhr in den vergangenen 150 Jahren eine
durchgängige Pflege. Als Bereicherung erwiesen sich einige der stilleren
Kompositionen: Der zuverlässige Tenor James McLean trug mit wunderbarer
Innigkeit eine Arie aus Händels Oratorium "Jephta" vor, und gerade
dieses Gelingen schien einen Ansporn für die weiteren Nummern gegeben zu
haben: Der Chor erreichte einen kostbaren Höhepunkt mit der Vertonung von
Schillers Nänie "Auch das Schöne muss sterben" durch Johannes
Brahms.
Krisenzeit Josef Krings nutzte die Moderation auch dazu,
Krisenzeiten anzusprechen, deren schlimmste wohl 1977 zur Neugründung des
Städtischen Konzertchores Duisburg führte: 150 Jahre Gesangverein und davon
25 Jahre Konzertchor schlossen sich also zu einem Doppeljubiläum zusammen. Seit
der Neugründung vor 25 Jahren wird der Chor von dem Folkwang-Professor Guido
Knüsel betreut.
Das Galakonzert
vermittelte einen Eindruck von der Begeisterungsfähigkeit seines künstlerischen
Leiters. Dies galt nicht nur für den vorzüglich singenden Jubiläumschor. Am
Ende eines ausgedehnten Carmina-Burana-Blocks gelang es sogar, das Publikum
einzubeziehen. In Verbindung mit souveränen Solobeiträgen des Tenors
James McLean (vorzüglich Rossinis heikles "Cujus animam
gementem"!), dem ausgewogenen Orchesterspiel der Bergischen Symphoniker
und einer einfühlsamen und dabei humorvollen Moderation war es eine würdige
Jubiläumsveranstaltung.
Von MICHAEL TEGETHOFF
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